Von stark zur Stärksten! Die Geschichte einer dreifachen Weltmeisterin.

Von stark zur Stärksten! Die Geschichte einer dreifachen Weltmeisterin.

Sigr hatte das Vergnügen mit der inspirierenden Anna Beck über ihre Erwartungen an die Para-Radsaison 2020 zu sprechen.
Hier erzählt sie uns ihre Geschichte. 

Mein Name ist Anna Beck. Ich bin 40 Jahre alt und komme aus der Stadt Kil, in Värmland, Schweden. Meine gesamte Kindheit habe ich in Värmland verbracht und auch heute lebe ich noch hier mit meinem Mann und unseren gemeinsamen Kindern. Ich bin ebenso Mitglied des schwedischen Para-Radsport Nationalteams.

Pferde habe ich immer gemocht, daher habe ich einen grossen Teil meiner Kindheit und Jugend auf dem Pferderücken oder im Stall verbracht. Ich liebte es aktiv zu sein. 

Im Alter von 25 Jahren bekam ich die Diagnose CMT. Eine neuromuskuläre Krankheit, die Muskeln, Balance, Reflexe und das Gefühl in den Extremitäten beeinträchtigt. Die Krankheit ist progressiv und es gibt keine Behandlung oder Heilung dafür.  

Radfahren war stets ein wichtiger Teil meines Lebens, seit ich ein junges Mädchen war. Mein Vater ist viel Rad gefahren und als Familie haben wir viele Sommer in Motala verbracht, wo mein Vater jedes Jahr am Schwedischen Volksrennen "Vätternrundan" teilgenommen hat.  

Erst einige Jahre nach meiner Diagnose habe ich begonnen regelmässig auf dem Rad zu trainieren und 2009 habe ich selbst meine erste "Vätternrunda" absolviert.  Mein Interesse fürs Radfahren hat seither stetig zugenommen. So, in gewisser Hinsicht war meine Diagnose gut für mich. Diese Krankheit hatte ich seit meiner Geburt an und sie hat mein Leistungsvermögen immer negativ beeinflusst. Über viele Jahre hinweg habe ich jedoch nichts davon gewusst und daher einfach angenommen, dass ich eine schlechte Radfahrerin war.

Ich habe stets mein aller Bestes gegeben, aber trotz all der harten Arbeit immer Letzte zu werden, war ein schlimmes Gefühl. Ich liebte es an Wettkämpfen teilzunehmen, jedoch hatten mir die vielen Niederlagen den Mut genommen. 

Erst als ich begonnen hatte mit anderen Rad zu fahren, war meine Krankheit nicht mehr so präsent wie zuvor, was mir viel Freude und Selbstvertrauen zurück gab.  

Das Jahr 2016 brachte meinen ersten Wettkampf im Ausland und seit 2017 bin ich Teil des Schwedischen Para-Radsport Nationalteams. Zusammen haben wir dreimal WM-Gold, einmal WM-Silber und einmal WM-Bronze gewonnen. An jedem Weltcup Rennen an dem ich teilgenommen habe, stand ich auf dem Podium. 

2020 ist ein sehr wichtiges Jahr für mich. Im August werde ich an den Paralympics in drei verschiedenen Rennen teilnehmen. Im Strassenrennen, dem Einzelzeitfahren und der 3000 m individuellen Verfolgung. Mein Ziel ist es, mindestens in einem dieser Rennen eine Medaille zu gewinnen. 

Die korrekte Kleidung beim Training ist wichtig. Du benötigst Kleidung, die zu Deinem Sport passt, Dich warm hält, aber doch atmungsaktiv ist und ebenso Platz für das Wichtigste bietet. Für mich persönlich passen verschieden Schichten am besten. Zuerst eine Schicht aus Merinowolle und ein Paar gute Winterschuhe zum Anfangen. Allen Frauen empfehle ich, den Sport BH über dem Merinoleibchen zu tragen, so friert man weniger. 

Während dem Sommer bevorzuge ich Kleidung, die gut aussieht. Das Haus für eine Trainingseinheit zu verlassen, sollte sich wie die Fahrt zu einer Party anfühlen. Das Wichtigste ist ein Paar Rad-Shorts die nicht einschneiden. Hast Du ein Paar gefunden, kaufst Du am besten gleich mehrere, so hast Du immer ein sauberes Paar zur Hand. 

Diese Jahr liebe ich farbige und stylische Radtrikots. Zum Beispiel die Modelle "Solros", "Blåklocka" oder "Luktärt" von Sigr. 

Ich wünsche euch allen eine wunderbare Radsaison, sammelt viele schöne Erinnerungen entlang der Landstrassen und durch tiefe Wälder. Geniesst die Farben und Düfte der Natur und vor allem das Leben! 

COVID-19 UPDATE

Hoffnungen zerschlagen, aber ich bleibe positiv

Ja, diese Saison wurde für die meisten Athleten zu einer Achterbahnfahrt. Zur Zeit trainiere ich weiter wie normal und es läuft mir besser als erwartet. Meine Motivation ist weiterhin gross, obwohl sich meine Planung durch die Verschiebung der Paralympics verändert hat. Darüber hinaus wissen wir nun auch, dass die Weltmeisterschaften für 2020 gestrichen wurden und nur ein verkleinerter Weltcup möglicherweise später in diesem Jahr durchgeführt wird. 

Es wäre wunderbar gewesen, die Saison jetzt zu starten und allen zu zeigen, welche Fortschritte ich während des Winters erzielt habe. Ich kann es wirklich kaum erwarten wieder meine Startnummer anzuziehen und am Morgen vor einem grossen Rennen wieder die Schmetterlinge im Bauch zu spüren. Ich werde alles dafür tun um an diesem Tag vorbereitet zu sein, wenn auch immer dieser kommen sollte. 

Meine Sigr Jacke habe ich oft verwendet und ich bin sehr überzeugt davon! Sie ist sehr leicht, einen Eindruck den ich bei Radjacken sonst nicht oft habe. Normalerweise sind Jacken eher sperrig an gewissen Stellen, unabhängig welche Grösse ich anprobiere, aber diese... sie sieht super aus, ist leicht und schnell. Gerne trage ich auch die Weste während dem Frühling und Sommer. 

Wir werden diese Krise gemeinsam meistern, so halte die Hoffnung aufrecht und denkt daran; everywhere is biking distance!

Wir bei Sigr wünschen Anna allen Erfolg für die Zukunft und werden die Augen offen halten, wann dann die Paralympics beginnen. Viel Glück Anna!

Fotos von Anna Beck. Instagram: @annabeck1